Wie können Sie Ihre Verpackungsmengen verringern?

Wie können Sie Ihre Verpackungsmengen verringern?

Die Konsumgewohnheiten der Verbraucher orientieren sich zunehmend an einem rücksichtvolleren Umgang mit der Natur und dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Daher sind sie immer mehr auf die Reduzierung von Verpackungen bedacht und versuchen, die Auswirkungen ihres Konsums von Verpackungsmaterial zu minimieren. Wie können wir ihre Erwartungen erfüllen und die Verpackungsmengen reduzieren? Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie Verpackungsmaterial einsparen und gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen können!

 

Umverpackungen vermeiden

Die Verringerung der Anzahl der Verpackungsschichten ist die relevanteste, aber auch die komplexeste Lösung.

Eine Verpackung muss diverse Aufgaben erfüllen. Ihre Form, Funktionsweise und das verwendete Material hängen unmittelbar mit den verschiedensten Anforderungen zusammen: logistische Abläufe erleichtern, ein Werbeangebot postenweise gruppieren, Interesse bei den Verbrauchern wecken, die Produkthandhabung erleichtern, die Produktqualität absichern usw.

Wichtig ist dabei jedoch, nicht in die Falle der Überverpackung zu tappen. Denn die Verringerung der Verpackungsmenge ist Teil eines umweltfreundlicheren, aber auch verantwortungsvolleren Konsums seitens der Verbraucher.

Als Umverpackung wird eine zusätzliche Verpackung bezeichnet, oft in Form von Kunststofffolie oder Karton, die der Primärverpackung eines oder mehrerer Produkte hinzugefügt wird. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Umweltbewusstseins kam dafür der Begriff „Überverpackung“ auf, der die als missbräuchlich oder nutzlos empfundene Verwendung von Verpackungen (insbesondere Karton) zum Verkauf bestimmter Produkte bezeichnet.

Um die Problematik der Über- bzw. Umverpackung zu verstehen, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass sie auch und vor allem Gesundheits- und Hygienestandards erfüllt. Dies ist z. B. bei Lebensmitteln oder pharmazeutischen Produkten der Fall, bei denen Kompromisse kaum wünschenswert sind. So kann die Verpackung nur durch die Einhaltung der Kühlkette reduziert werden, d. h. alle logistischen und häuslichen Vorgänge (Transport, Handhabung, Lagerung), die darauf abzielen, Lebensmittel oder pharmazeutische Produkte auf einer bestimmten Temperatur zu halten, um ihre gesundheitsfördernde Wirkung und Geschmackseigenschaften zu erhalten.

Das naheliegendste Instrument zur Reduzierung von Umverpackungen ist die Überarbeitung der Produktvermarktungsstrategien.

Daher hat die Reduzierung von Produktverpackungen immer eine mehr oder weniger große Auswirkung auf den Produktions- und Verkaufszyklus, sei es in puncto Produktsicherheit oder in kommerzieller Hinsicht. Allerdings sind nicht alle damit einhergehenden Risiken gleich hoch. Zwar mag es einem Unternehmen schwerfallen, zugunsten einer reduzierten Verpackung auf absatzsteigernde Marketingstrategien verzichten, aber noch undenkbarer ist es, die Produktqualität oder -sicherheit zu opfern. Daher muss jede Entscheidung im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Überverpackungen sorgfältig geprüft werden, und bestimmte Maßnahmen sind anderen vorzuziehen.

 

Flexible Verpackungen bevorzugen

Flexible Verpackungen lassen sich mit weniger Material herstellen und sind genauso effektiv.

Wer seinen Verpackungsbedarf aus Gründen des Umweltschutzes reduzieren will, muss in erster Linie die Menge des in der Endverpackung verwendeten Rohmaterials reduzieren. Wie wir gesehen haben, ist die erste Möglichkeit dafür die Verringerung der Verpackungsschichten auf dem Endprodukt. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Einige Produkte enthalten bereits nur eine Verpackungsschicht. In anderen Fällen ist es aus Gründen der Produktsicherheit oder -qualität nicht möglich, die Anzahl der Schichten zu reduzieren.

Eine weitere Möglichkeit ist daher die Anpassung der Materialmenge. Flexible Verpackungen sind z. B. eine hervorragende Lösung, um bei gleichbleibender Art der Produktverpackung weniger Material zu verwenden und so alle Produktanforderungen zu erfüllen.

 

Die Auswirkungen von Umverpackungen vermeiden

Wenn sich schon die Verpackung nicht reduzieren lässt, warum dann nicht zumindest ihre Auswirkungen auf die Umwelt verringern?

Wie bereits erwähnt ist die Wahl einer Umverpackung keine zufällige Entscheidung. Sie sorgt nämlich für die Einhaltung von Sicherheitsstandards, die für den Transport und Vertrieb bestimmter Produkte unverzichtbar sind.

Infolgedessen kann die Verpackungsmenge für solche Produkte nicht immer reduziert werden. Man kann jedoch trotzdem ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Das funktioniert, indem man z. B. bei Kunststoffverpackungen nur solche bevorzugt, die recycelbar sind. Entgegen der vorherrschenden Meinung ist es in der Tat möglich, ausschließlich recycelbare Kunststoffmaterialien für seine Verpackungen zu verwenden, indem man einfach bestimmte Herstellungsnormen befolgt. So sollte man Verpackungen bevorzugen, die aus einem einzigen Material bestehen, anstatt solche aus gemischten Materialien, die schwieriger zu recyceln sind.

Zudem empfiehlt es sich unbedingt, Recyclingmaterialien, da wo es möglich ist, für die Verpackungsherstellung zu verwenden, um so den Verbrauch von Rohstoffen zu Beginn der Produktionskette zu verringern. Das ist umso entscheidender, als viele recycelte Materialien im Anschluss erneut recycelbar sind, was die Umweltauswirkungen beim Verkauf des Produkts insgesamt noch mehr verringert.

Heute sind immer mehr Marken bestrebt, die Erwartungen ihrer umweltbewussten Verbraucher zu erfüllen und setzten auf reduzierte Verpackungen, die den Wunsch nach einem gewissenhafteren Konsum berücksichtigen.

Joghurts, die ohne Karton verkauft werden, wiederverwendbare Kosmetiktiegel, Einzelhandels- bzw. Großhandelsgebinde, usw., leichtgewichtige Verpackungslösungen werden immer zahlreicher. Die Reduzierung von Verpackungen stellt eine echte Herausforderung für Hersteller, Endverbraucher, aber auch im Sinne des Umweltschutzes dar.

 

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Was ist eine Bio-Verpackung?

Was ist eine Bio-Verpackung?

Der Begriff „bio“ hat sich im Laufe der Zeit aufgrund wachsender Umweltbedenken bei den Verbrauchern entwickelt. Im Agrar- und Lebensmittelbereich kennzeichnet er Produkte, die bestimmte, vorgeschriebene Herstellungsverfahren einhalten (Verbot von synthetischen Chemikalien, keine GVOs usw.). Im Verpackungsbereich bedeutet „bio“ hingegen etwas anderes. Laut European Bioplastics betrug die weltweite Produktion von Biokunststoffen 2 Millionen Tonnen im Jahr 2017, also knapp 1 % der gesamten Kunststoffproduktion. Biokunststoffe werden vor allem in Verpackungen eingesetzt, wobei etwa die Hälfte des Volumens auf biobasierte, nicht biologisch abbaubare Materialien entfällt, die andere Hälfte auf biologisch abbaubare Materialien.

 

Biobasierte Verpackungen

Biobasierte Verpackungen werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und ermöglichen die Verringerung von Treibhausgasen.
Der Begriff „biobasiert“ bezieht sich auf den erneuerbaren Ursprung des Verpackungsmaterials. Biobasierte Kunststoffe werden zum Teil aus Biomasse hergestellt, die erneuerbar ist. Sie basieren u. a. auf Stärke (Mais, Kartoffeln, Weizen, Maniok, Reis, Zuckerrohr, …), pflanzlichen Ölen (Rizinusöl, …) oder Zellulose (Holz, Baumwolle, …). Herkömmliche Kunststoffe fossilen Ursprungs zählen nicht in diese Kategorie, weil es Millionen von Jahren dauert, bis Erdöl entsteht.
Eine biobasierte Kunststoffverpackung kann zu 100 % biologisch abbaubar, oder teilweise biobasiert und biologisch abbaubar, als auch nicht biologisch abbaubar sein. Biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffverpackungen (Flaschen aus Bio-PET, Folien und Beutel aus Bio-PE, …) können im Allgemeinen über dieselben Recyclingverfahren wiederverwertet werden, wie ihre erdölbasierten Pendants. Das liegt daran, dass die bio- oder erdölbasierte Herkunft von PET bzw. PE sich nicht auf ihre chemische Struktur auswirkt.
Die weltweite Produktion von biobasiertem Kunststoff belief sich im Jahr 2017 auf 1,2 Millionen Tonnen und soll künftig weiter steigen. Das Hauptinteresse an diesem Kunststofftyp liegt neben der Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffs in dem Wunsch nach einer neutralen CO2-Bilanz. Der Kohlenstoff eines biobasierten Polymers stammt nämlich aus dem in der Luft vorhandenen CO2, das von den Pflanzen während ihres Wachstums über den Prozess der Photosynthese gebunden wurde. Diese Aufnahme von CO2 kompensiert die Emissionen, die bei der Herstellung des Kunststoffs entstehen. Die Verwendung eines biobasierten Kunststoffs trägt somit dazu bei, die Ressourcen des Planeten zu schonen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

 

Biologisch abbaubare Verpackungen

Biologisch abbaubare Verpackungen können auf natürliche Weise durch Mikroorganismen zersetzt werden.
Biologisch abbaubare Verpackungen (PLA, PHA, PBS, PBAT und weitere biologisch abbaubare Polyester), können auf natürliche Weise durch Mikroorganismen (Bakterien, Pilze oder Algen) in Form von Kohlendioxid, Wasser und Biomasse zersetzt werden. Das Lebensende dieser Produkte ist daher umweltfreundlich, wenn es richtig angegangen wird. So wird eine kompostierbare Verpackung nach einigen Monaten auf dem Kompost keine Rückstände oder Mikropartikel aus Kunststoff hinterlassen, wenn die Abbaubedingungen (Feuchtigkeit, Sauerstoff und Temperatur) günstig sind. Biologisch abbaubare Verpackungen bieten jedoch keine wirkliche Lösung für die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll. Denn im Gegensatz zu den PE- und PP-Verpackungen, die schwimmen, sinken die biologisch abbaubaren Verpackungen in der Regel auf den Grund, wo sie keine Bedingungen vorfinden, die ihren Abbau begünstigen (Wärme, Sauerstoff, UV, …), wodurch dieser erheblich verlangsamt wird. Außerdem besteht bei den biologisch abbaubaren Verpackungen eher die Gefahr, dass sie achtlos in die Natur geworfen werden, weil fälschlicherweise davon ausgegangen wird, dass sie unabhängig von den äußeren Bedingungen schnell zersetzt werden. Da die biologisch abbaubaren Materialien eine begrenzte Lebensdauer haben, werden sie oft für Produkte zum einmaligen Gebrauch verwendet (Plastiktüten für Obst und Gemüse, Einweggeschirr, …), d. h., nicht wiederverwendbar. Die biologisch abbaubaren Verpackungen sind in der Regel nicht in andere Verpackungen recycelbar, während durch das Recycling der konventionellen Kunststoffverpackungen aus PE, PP oder PET natürliche Ressourcen geschont werden. Die Sammlung von biologisch abbaubaren Verpackungen und ihre Behandlung in industriellen Kompostieranlagen sind selten organisiert, sodass ein großer Teil dieser in der Herstellung teuren Verpackungen schließlich verbrannt wird, da die meisten Haushalte nicht für Kompostierung ausgerüstet sind (einige biologisch abbaubare Materialien wie PLA bauen zudem unter häuslichen Bedingungen, wo die Temperatur des Komposts nicht sehr hoch ist, eher schlecht ab).
Trotz dieser Nachteile bleiben die biologisch abbaubaren Kunststoffe als Materialien für Einwegverpackungen geeignet, solange sie nicht den klassischen Wiederverwertungsketten zugeführt werden. Die weltweite Produktion von biologisch abbaubaren Kunststoffen belief sich im Jahr 2017 auf ca. 1 Millionen Tonnen und wächst stetig.

Ob biobasiert oder biologisch abbaubar, Bio-Verpackungen haben ihre Vorteile: Schonung der Ressourcen unseres Planeten und Reduzierung von Treibhausgasen und ein umweltfreundliches Ende der Lebensdauer.
Obwohl Biokunststoffe im Jahr 2017 weniger als 1 % des globalen Polymermarktes ausmachten, wächst ihre Produktion und sie werden in den kommenden Jahren mit Sicherheit weiterentwickelt werden.

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