Der Begriff „bio“ hat sich im Laufe der Zeit aufgrund wachsender Umweltbedenken bei den Verbrauchern entwickelt. Im Agrar- und Lebensmittelbereich kennzeichnet er Produkte, die bestimmte, vorgeschriebene Herstellungsverfahren einhalten (Verbot von synthetischen Chemikalien, keine GVOs usw.). Im Verpackungsbereich bedeutet „bio“ hingegen etwas anderes. Laut European Bioplastics betrug die weltweite Produktion von Biokunststoffen 2 Millionen Tonnen im Jahr 2017, also knapp 1 % der gesamten Kunststoffproduktion. Biokunststoffe werden vor allem in Verpackungen eingesetzt, wobei etwa die Hälfte des Volumens auf biobasierte, nicht biologisch abbaubare Materialien entfällt, die andere Hälfte auf biologisch abbaubare Materialien.

 

Biobasierte Verpackungen

Biobasierte Verpackungen werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und ermöglichen die Verringerung von Treibhausgasen.
Der Begriff „biobasiert“ bezieht sich auf den erneuerbaren Ursprung des Verpackungsmaterials. Biobasierte Kunststoffe werden zum Teil aus Biomasse hergestellt, die erneuerbar ist. Sie basieren u. a. auf Stärke (Mais, Kartoffeln, Weizen, Maniok, Reis, Zuckerrohr, …), pflanzlichen Ölen (Rizinusöl, …) oder Zellulose (Holz, Baumwolle, …). Herkömmliche Kunststoffe fossilen Ursprungs zählen nicht in diese Kategorie, weil es Millionen von Jahren dauert, bis Erdöl entsteht.
Eine biobasierte Kunststoffverpackung kann zu 100 % biologisch abbaubar, oder teilweise biobasiert und biologisch abbaubar, als auch nicht biologisch abbaubar sein. Biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffverpackungen (Flaschen aus Bio-PET, Folien und Beutel aus Bio-PE, …) können im Allgemeinen über dieselben Recyclingverfahren wiederverwertet werden, wie ihre erdölbasierten Pendants. Das liegt daran, dass die bio- oder erdölbasierte Herkunft von PET bzw. PE sich nicht auf ihre chemische Struktur auswirkt.
Die weltweite Produktion von biobasiertem Kunststoff belief sich im Jahr 2017 auf 1,2 Millionen Tonnen und soll künftig weiter steigen. Das Hauptinteresse an diesem Kunststofftyp liegt neben der Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffs in dem Wunsch nach einer neutralen CO2-Bilanz. Der Kohlenstoff eines biobasierten Polymers stammt nämlich aus dem in der Luft vorhandenen CO2, das von den Pflanzen während ihres Wachstums über den Prozess der Photosynthese gebunden wurde. Diese Aufnahme von CO2 kompensiert die Emissionen, die bei der Herstellung des Kunststoffs entstehen. Die Verwendung eines biobasierten Kunststoffs trägt somit dazu bei, die Ressourcen des Planeten zu schonen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

 

Biologisch abbaubare Verpackungen

Biologisch abbaubare Verpackungen können auf natürliche Weise durch Mikroorganismen zersetzt werden.
Biologisch abbaubare Verpackungen (PLA, PHA, PBS, PBAT und weitere biologisch abbaubare Polyester), können auf natürliche Weise durch Mikroorganismen (Bakterien, Pilze oder Algen) in Form von Kohlendioxid, Wasser und Biomasse zersetzt werden. Das Lebensende dieser Produkte ist daher umweltfreundlich, wenn es richtig angegangen wird. So wird eine kompostierbare Verpackung nach einigen Monaten auf dem Kompost keine Rückstände oder Mikropartikel aus Kunststoff hinterlassen, wenn die Abbaubedingungen (Feuchtigkeit, Sauerstoff und Temperatur) günstig sind. Biologisch abbaubare Verpackungen bieten jedoch keine wirkliche Lösung für die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll. Denn im Gegensatz zu den PE- und PP-Verpackungen, die schwimmen, sinken die biologisch abbaubaren Verpackungen in der Regel auf den Grund, wo sie keine Bedingungen vorfinden, die ihren Abbau begünstigen (Wärme, Sauerstoff, UV, …), wodurch dieser erheblich verlangsamt wird. Außerdem besteht bei den biologisch abbaubaren Verpackungen eher die Gefahr, dass sie achtlos in die Natur geworfen werden, weil fälschlicherweise davon ausgegangen wird, dass sie unabhängig von den äußeren Bedingungen schnell zersetzt werden. Da die biologisch abbaubaren Materialien eine begrenzte Lebensdauer haben, werden sie oft für Produkte zum einmaligen Gebrauch verwendet (Plastiktüten für Obst und Gemüse, Einweggeschirr, …), d. h., nicht wiederverwendbar. Die biologisch abbaubaren Verpackungen sind in der Regel nicht in andere Verpackungen recycelbar, während durch das Recycling der konventionellen Kunststoffverpackungen aus PE, PP oder PET natürliche Ressourcen geschont werden. Die Sammlung von biologisch abbaubaren Verpackungen und ihre Behandlung in industriellen Kompostieranlagen sind selten organisiert, sodass ein großer Teil dieser in der Herstellung teuren Verpackungen schließlich verbrannt wird, da die meisten Haushalte nicht für Kompostierung ausgerüstet sind (einige biologisch abbaubare Materialien wie PLA bauen zudem unter häuslichen Bedingungen, wo die Temperatur des Komposts nicht sehr hoch ist, eher schlecht ab).
Trotz dieser Nachteile bleiben die biologisch abbaubaren Kunststoffe als Materialien für Einwegverpackungen geeignet, solange sie nicht den klassischen Wiederverwertungsketten zugeführt werden. Die weltweite Produktion von biologisch abbaubaren Kunststoffen belief sich im Jahr 2017 auf ca. 1 Millionen Tonnen und wächst stetig.

Ob biobasiert oder biologisch abbaubar, Bio-Verpackungen haben ihre Vorteile: Schonung der Ressourcen unseres Planeten und Reduzierung von Treibhausgasen und ein umweltfreundliches Ende der Lebensdauer.
Obwohl Biokunststoffe im Jahr 2017 weniger als 1 % des globalen Polymermarktes ausmachten, wächst ihre Produktion und sie werden in den kommenden Jahren mit Sicherheit weiterentwickelt werden.

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